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Der Erfurter Hof

Der Erfurter Hof
Bild:Ulrich Haage

Der Erfurter Hof wurde 1904/1905 errichtet und von Georg Kossenhaschen als eines der prächtigsten Hotelgebäude in Erfurt betrieben. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges diente das Gebäude der Militärverwaltung, war aber gleichzeitig immer noch Hotel. 1946 wurde der Betrieb verstaatlicht und ging 1950 in städtischen Besitz über. Mit dem ersten deutschen Gipfeltreffen 1970 erlangte das Hotel weltweite Bekanntheit. Willy Brandt war zu Gesprächen mit dem DDR-Ministerpräsidenten Willy Stoph angereist. Am Vormittag des 19. März durchbrachen tausende Erfurter die Polizeiabsperrungen und brachten dem Bundeskanzler ihre Begeisterung entgegen. Willy Brandt zeigte sich den Erfurtern nach den Rufen „Willy Brandt ans Fenster!“ und es brach tosender Jubel aus. „Erfurt war als Ereignis bewegend, zeigte, wie schnell der Wunsch nach Einheit entflammbar ist." (Egon Bahr) Sympathiebekundungen und gesamtdeutsches Nationalgefühl - so hatte sich die SED-Führung das erste deutsch-deutsche Spitzentreffen auf eigenem Boden sicherlich nicht vorgestellt.
Das Hotel schloss 1995 seine Pforten, wurde einige Jahre nicht genutzt und von 2004 bis September 2007 zu einem Büro- und Servicekomplex umgebaut, in welchem nunmehr u. a. die Sparkasse Mittelthüringen sowie die Thüringer Tourismus Gesellschaft ihren Sitz haben. Im Jahr 2009 wurde das Denkmal zu Ehren Willy Brandts eingeweiht. Den Erfurter Hof ziert nunmehr der Schriftzug des Künstlers David Mannstein: „Willy Brandt ans Fenster“. Er wird ergänzt durch einen Infoterminal und die nächtliche Beleuchtung des Zimmers, an dessen Fenster Brandt trat, um sich den jubelnden Erfurtern zu zeigen.