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Prüfung und Abschluss

Prüfung und Abschluss

Während der gesamten Ausbildungsdauer müssen die zukünftigen Rechtsanwaltsfachangestellten Leistungsnachweise in Form von Klassenarbeiten oder Tests erbringen.

Zwischen dem 12. und 18. Monat (in Thüringen in der Regel im Dezember des 2. Ausbildungsjahres) wird eine schriftliche Zwischenprüfung zur Ermittlung des Ausbildungsstandes durchgeführt. Über die Prüfungsergebnisse wird die Rechtsanwaltskanzlei als Ihr Ausbilder zwar informiert, sie haben jedoch keinen Einfluss auf Ihren Abschluss. Es werden der Lehrstoff des ersten Lehrjahres sowie die bis dahin erworbenen praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten geprüft.

Zum Ende des zweiten Lehrjahres findet sodann die Abschlussprüfung im Bereich „fachbezogene Informationsverarbeitung" statt. Hier müssen Sie anhand eines vorgegebenen Sachverhaltes u. a. selbstständig einen juristischen Text verfassen.

Prüfung und Abschluss

Die schriftlichen Abschlussprüfungen finden in Thüringen meistens Ende Mai im dritten Ausbildungsjahr statt. Es wird geprüft, ob Sie die notwendigen praktischen und theoretischen Kenntnisse besitzen und mit dem im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff vertraut sind. Die Prüfungen finden an zwei Tagen statt. Sie werden zunächst in den Fächern Zivilprozessrecht und Gebührenrecht und am folgenden Tag in den Fächern Rechts-, Wirtschafts- und Sozialkunde und Rechnungswesen geprüft.

Bei erfolgreichem Bestehen der schriftlichen Prüfung, werden Sie zu einer mündlichen Prüfung eingeladen, bei der Sie zusammen mit meistens 4 Mitschülern von 3 Prüfern ca. 30 min. befragt werden. Die Fragen können grundsätzlich aus allen Bereichen Ihrer Ausbildung kommen. Als Prüfer sitzen Ihnen in der Regel ein Mitglied des Prüfungsausschusses, also meistens ein Rechtsanwalt oder eine Rechtsanwältin, ein Lehrer/eine Lehrerin aus Ihrer Berufsschule und eine Person aus dem praktischen Bereich, also beispielsweise eine Bürovorsteherin/ein Bürovorsteher gegenüber.

Wenn Sie in den drei Ausbildungsjahren einen Notendurchschnitt von derzeit mindestens 2,4 erzielen, müssen sie keine zusätzlichen schulischen Abschlussprüfungen absolvieren, ansonsten stehen Ihnen in den Fächern, in denen Sie eine schlechteren Notendurchschnitt aufweisen, zusätzlich noch schriftliche Prüfungen bevor, die etwa eine Woche vor den schriftlichen Abschlussprüfungen stattfinden.

Prüfung und Abschluss
Fotograf: Ludger Banneke-Wilking

Sollten Sie, aus welchen Gründen auch immer, die Abschlussprüfung nicht bestehen, haben Sie die Möglichkeit, diese zweimal zu wiederholen. Allerdings kann die Prüfung frühestens zum nächsten Prüfungstermin wiederholt werden, dies ist im Allgemeinen die Zwischenprüfung im Dezember des Jahres der nicht bestandenen Abschlussprüfung.

Prüfung und Abschluss

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung erhalten Sie den Rechtsanwaltsfachangestelltenbrief, der es Ihnen nicht nur ermöglicht, einen Arbeitsplatz in Ihrem erlernten Beruf zu finden, er bietet Ihnen auch eine Perspektive beispielsweise eine Anstellung bei einer Bank, Versicherung, Behörde oder einem Betrieb der freien Wirtschaft zu finden. Der Abschluss zur Rechtsanwaltfachangestellten kann auch die Grundlage für eine weitere Ausbildung/Weiterbildung im Justizbereich sein, so z. B. für die Aufstiegsweiterbildung als Rechtsfachwirt, für die Ausbildung zum/zur Justizfachangestellten, Rechtspfleger o. ä. oder sogar für das Studium der Rechtswissenschaften/Jurastudium (sofern Sie über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügen). Auch der Schritt in die Selbstständigkeit mit beispielsweise einem Sekretariatsservice für Anwaltskanzleien ist möglich. Sie sehen also, die Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten gibt Ihnen vielfältige Möglichkeiten, einen ersten Schritt in eine erfolgreiche, berufliche Zukunft zu machen.